Interpretation von Blätterliebe

Einleitung:

    "Blätterliebe" wurde 2009 von Phillip Weiss für den Bachman-Preis geschrieben. Den Ingeborg Bachman-Preis als Wettbewerb gibt es seit 1977. Phillip Weiss wurde im 33. Jahr des Preises eingeladen. Er hat diese Geschichte in Wien für den Preis geschrieben. "Blätterliebe" ist eine Allegorie, die vom Stress beim Schreiben, was wirklich wesentlich in einem Literaturwettbewerb ist, handelt. 

 

Inhaltsanalyse:

    Diese Kurzgeschichte handelt von dem Schaffungsprozess der Kunst. Oskar, der Autor ist, findet, dass sein Leben keinen Zweck hat, nachdem er mit seinem Text fertig ist. Seine Beziehung mit seiner Freundin ist wegen seiner Arbeit gespannt, und nun denkt sie, dass die beiden einige Zeit zusammen verbringen könnten. Leider ist es nicht so. Sie sind zu müde. Am Morgen geht Oskar in die Notaufnahme, weil er Magenschmerzen hat, ohne Simone irgendwas zu sagen. Er spricht mit einem Arzt über seine allgemeine Undurchschaubarkeit. Der Arzt schaut sich die innerste Teile an während Simone zu Hause wartet. Sie wundert sich, was mit Oskar passiert ist. Oskar wacht im Krankenhaus auf. Da ist eine Doppelbedeutung aufgedeckt, denn sein Text ist in seinem Magen. 

    "Blätterliebe" ist aus der subjektiven Sicht geschrieben, aber der Erzähler weiß schon vielmehr als Oskar im Moment wissen kann. Ab und zu springt er gedanklich von seinem Bett im Krankenhaus nach Hause, wo Simone an ihm denkt. Der Text ist meist chronologisch geschrieben, aber Simone und Oskar denken an den vorherigen Abend. Der Text spannt weniger als einen Tag, und es ist nur ein paar Stunden von Anfang bis zum Ende. 

    Die Themen in "Blätterliebe" sind nicht sehr komplex. Oskar erzählt von seinem Schreibprozess. Die Beziehung von Oskar und Simone zeigt die Liebe nach Lust, und wie ein Liebespaar sich weniger lieben kann, wenn sie sehr müde sind. Das Schreiben ist eine Lebensbehinderung für Oskar, und seine Verpflichtung isst seine Freizeit und einen Teil seiner Zufriedenheit, wie er später sein Stapel Papier isst. Der Schwerpunkt ist nämlich wie ein Autor von seiner Arbeit beeinflusst wird, und wie er unter dem Einfluss seiner Arbeit leidet. 

 

Figurenanalyse:

    Die Hauptfigur in dieser Geschichte heißt Oskar. Oskar ist ein Autor. Am Abend vor der Geschichte hat er seinen Text fertig geschrieben. Er war sehr gestresst, und endlich hat er nichts mehr zu tun. Seine Freundin findet ihn am Abend nackt vor seinem Schreibtisch. Er hat keine Lust mehr. Am Morgen freut er sich, dass er so früh im Krankenhaus ist. Er sagt: "Es war ein glücklicher Zufall, dass ich gerade um fünf Uhr Früh zur Notaufnahme musste," weil es während des Schichtwechsels war. Er war auch glücklich, dass er nichts da tun konnte. Er musste da nur auf der Krankenhausliege liegen. Er war wirklich gestresst, um seine Ruhe im Krankenhaus zu finden. Im allgemeinen ist er ein normaler Autor, den seine Arbeit frisst, und der seine Arbeit isst. 

    Die Freundin von Oskar ist Simone. Sie arbeitet in einem Kindergarten. Am Vorabend ist sie spät von der Arbeit nach Hause gekommen. Wenn sie am Morgen aufwacht, findet sie Oskar nicht. Sie befragt sich über ihre Beziehung zu Oskar. In einem Augenblick hasst sie ihn, und im nächsten Augenblick liebt sie ihn wieder. Am Ende kommt sie zum Krankenhaus, wo sie Oskar aufweckt. 

    Der Arzt, der sich um Oskar kümmert, ist wirklich lustig. Er erzählt Oskar über seine Jugend, und wie er auch viel überlebt hat, von den Bandwürmern bis der Hodenentzündung. Er freut sich, wenn er wieder etwas Neues im Inneren von Oskar findet. Alles, was mit dem Arzt zu tun hat, ist fast surrealistisch. Er bringt Slapstick in die Geschichte. 

    Andere Figuren in dieser Geschichte sind die Füller, die gegeneinander kämpfen. Die Füller und Oskars Hände, die die Füller manchmal bewegen, symbolisieren Oskars inneren Kampf. Die Füller attackieren einander. Ihr Kampf ist absurd, aber sie streiten fast immer.  

 

Sprachanalyse:

    Phillip Weiss verwendet in "Blätterliebe" viel Humor um dich der Realität zu nähern. Die Notaufnahme ist wirklich gut um fünf Uhr morgens, sagt Oskar. Die Nachtschicht wechselt zur Tagschicht, und die Schwestern und Ärzte sind meist schlecht gelaunt, aber besser wegen ihres Kaffees gelaunt. Die Wahl der Verben macht die Geschichte noch lustiger. Wenn der Arzt lacht, macht Oskar einfach Laute. 

    Phillip Weiss verwendet oft in seiner Geschichte Parallelstrukturen. Ganze Sätze wiederholen sich mehrmals. Er nutzt seine Wiederholungen, um die wichtigen Themen und Ideen zu betonen. Er spricht mehrmals von einer allgemeiner Undurchschaubarkeit. Oskar kann Simone nicht erklären, wie es ihm geht und warum er keine Lust mehr hat. Er kann auch die Schwester im Krankenhaus nicht erklären, was ihm schlecht ginge. Wie beim Schreiben kann er nichts schnell erklären, und es gibt viele Momente des Schweigens.  

    Die Wiederholung, die in "Blätterliebe" am häufigsten gebraucht ist, ist das Motiv von der Paarung rechts und links. Phillip Weiss fängt mit dem Satz: "Ich schreibe mit der linken Hand und streiche mit der rechten durch" an. Die Hände werden im ersten Absatz als die Triebkraft hinter seinem Schreiben personifiziert. Später massiert Simone ihre rechte und linke Schläfe unter ihren Locken. 

    Noch eine Parallel ist das Motiv der Liebe und des Hasses. Simone und Oskar wechseln zwischen der Liebe und dem Hass hin und her. 

    Zuletzt kommt die Paarung von den Augen und dem Mund. Endlich konzentriert Oskar sich auf seine Liebe und nicht total auf seine Arbeit. Er entdeckt den seltenen Momenten im Leben, wo man Liebe und Glück findet. Am Ende gibt es keine Texte sondern nur Liebesmomente. 

 

Schluss und Kritik:

    Der Text ist gut, aber er ist ein bisschen zu lang für mich. Die Geschichte war eine Variation eines bekannten Musters, und man kann fast vermuten, was passieren würde. Trotzdem war "Blätterliebe" interessant. Der Humor, die künstlerische Wiederholungen und der literarische Stil haben dem Text seinen Wert gegeben.

 

Diesen Aufsatz wurde Oktober 2013 für den Kurs Deutsch 431 am Lafayette College geschrieben. 

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