Was ist Ost-Europa?

Was ist Ost-Europa? - Der literarische Blick von Becker und Dinev

    Es ist schwierig zu sagen, was eine Nation oder eine Region ist ohne es in den Vergleich mit einem Anderen zu stellen. Um Identität zu haben, muss man Alterität haben. Um Ost-Europa zu definieren und zu beschreiben, brauchen wir West-Europa, weil die beiden in unserer heutigen Gegenwart sich gegenüber stehen. Die Regionen unterschieden sich durch Sprachen, Regierungssysteme und ihre ökonomischen Erfolge, aber auch durch die unterschiedliche Errungenschaften in Bezug auf die Gleichberechtigung der Geschlechter. 

     Der stärkste Unterschied zwischen Ost-Europa und West-Europa ist die Ökonomie. In "Der lange Weg nach Hause" von Zdenka Becker geht ein Mann nach Czed oder Eger in der Tschechische Republik um seinen Geburtsort zu besuchen. Doch er findet nicht dieselbe Stadt, in der seine Eltern aufgewachsen sind, bevor sie zwangsumgesiedelt wurden. Ein Mieter in der Nähe vom alten Haus seiner Familie hat Angst, dass der Besucher seine Wohnung kaufen würde, weil die Deutschen mehr ökonomische Macht haben als die heutigen Bewohner der Stadt. Leute in Ost-Europa verdienen heute immer noch viel weniger als die Westeuropäer. 

    Viele Leute wollen von Ost-Europa aus diesem Grund nach West-Europa gehen. In "Lass uns Radio hören" von Dimitré Dinev erfahren wir, dass viele Leute in Osteuropa gern Radio hören, weil sie sich wie Helden fühlen, wenn sie sich nach dem Westen orientieren. Alle träumen davon. Sarko Kischev war ein Mann, der nach Österreich in einem Kasten mit Radios geflohen ist. Er hat eine Wohnung innerhalb von einem Jahr gefunden und hat eine feste Arbeitsstelle innerhalb von drei Jahren gefunden. Gott sei Dank hatte er mehr Glück verglichen mit anderen Einwanderern. 

    Leute finden im Ausland nicht immer den Traum, den sie erwarten. In "Freche Spatzen" von Dimitré Dinev sind die frechen Spatzen Mädchen die von Ost-Europa nach Wien umgesiedelt sind. Das erste Mädchen, das wir kennenlernen, kommt aus einem kleinen Dorf in einem kleinen Land. Sein Vater hat alles verkauft um es in das Ausland zu schicken. Leider ist es dem Babystrich anheim gefallen. Der erste Mann sagte dem Mädchen, dass es nun eine Frau wird. Sie ist nach zahllosen Nächten weggelaufen. Sie trifft eine Familie von anderen Immigranten, und nachdem sie den ältesten Sohn heiratet, wird sie zur Sklavin im Kerker und zum Vergewaltigungsopfer ihres Mannes und ihres Schwiegervaters. Das Leben für sie wird nur dann etwas besser, als sie ins Asyl geht. Da trifft sie andere Frauen mit gleichbelasteten Geschichten. Die Umsiedlung ist kein leichtes Unternehmen, aber Männer, Familien, und Kinder haben doch Hoffnung auf ein sicheres und besseres Leben. 

    Die Leiden der Menschen von Ost-Europa sind heute immer noch aktuelle Themen. Leute versuchen sich aus der anhaltenden Not zu ziehen. Viele arbeiten manchmal wie Sklaven. Manche haben Glück und finden mehr Geld und eine bessere Perspektive für die Zukunft. Die Geschichte von Ost-Europa und das Verhältnis zwischen Ost- und West-Europa ist vielfältig und vielstimmig.

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